After Sun hab’ ich gestern keine mehr gebraucht. Vor dem Abendessen hab ich noch meine Schuhe trocken geföhnt. Riecht auch ziemlich grauslich was da zurückweht wenn man in einen nassen Sportschuh hineinföhnt in den man heute 8 Stunden reingeschwitzt hat. Und gestern auch. Und vorgestern auch. Mit denselben Socken. Weil eh schon alles nass war haben wir auch gleich Unterwäsche gewaschen. Socken kann man ja gut föhnen aber meine Boxershort ist nicht trocken geworden. Die hab ich mir dann am nächsten Tag zum Fahrradfahren hinten auf den Rucksack gebunden. War sofort trocken, genial. Beim Abendessen war ich sehr glücklich über meine trockenen Füße. Thomas ist da härter im nehmen, der hat das Abendessen mit nassem Gewand durchgedruckt. Vor der Föhnaktion hab’ ich mir sogar überlegt barfuß essen zu gehen. Der Stilbruch wäre dem Personal sicher nicht aufgefallen. Es war zwar schon ein echtes Hotel aber der Kellner war genauso fehl am Platz wie ich bei der Millionenshow. Wir bestellen eine Flasche Wasser, kommt ewig nicht. Wir sehen die Flasche schon am Tresen vorbereitet stehen, unser Kellner nimmt sie, schaut fragend in den Raum und stellt sie auf den Nachbartisch. Sehr ähnlich hat er auf unsere Weinbestellung reagiert. Die Krönung war dann mein Schweinefleisch-Irgendwas Gericht, das war innen noch lebendig. Ich wollte eigentlich nicht riskieren mich jetzt eine Woche lang anzuspeiben oder meinen ganzen Paspertin Vorrat für diesen Schas zu verschwenden und hab’ das nicht gegessen. Die Kalorien haben mir aber gefehlt. Beim Frühstück heute habe ich, diesmal ohne Übertreibung, 12 Croissants gegessen. Für den heutigen Tag waren wieder einige Hohenmeter geplant, diesmal gleich am Anfang. Gut gestärkt sind wir also wieder Richtung Atomkraftwerk in Cofrentes und supermotiviert auf diesen Berg gestartet, wie auch immer der heißt, ich weiß nicht amal wie das Gebirge heißt. Die Pyräneen sind’s auf jeden Fall nicht. Ein Polizist stoppt uns nach den ersten Metern, wir dürfen hier nicht weiterfahren. In Ayora ist ein Radrennen gestartet und die ersten Teilnehmer kommen gleich hier vorbei. Wenn ich irgendein Radrennen im Internet oder so sehe beeindruckt mich das nur wenn jemand stürzt. Aber selber gerade vom Rad gestiegen, keine Luft bekommen wegen der Steigung, und dann treten die da voll rein neben mir auf ihren wunderschönen Rennrädern, das war schon beeindruckend. Nach dem Rennen sind wir auf den Berg hinauf und haben auf einem Hochplateau dann die Grenze zur Region “Castilla - La Mancha” passiert. Hasta luego Valencia. Das Plateau sind wir dann auf der anderen Seite wieder hinuntergerutscht. Die nächsten Stunden haben wir in einem Tal den Rio Júcar verfolgt, hat sehr an den Grand Canyon erinnert. Pequeño Damascus Stimmung im Team ist gut Im Tagesziel Albacete sind wir schon leicht hinternlädiert angekommen. In der Apotheke habe ich dann versucht zu erklären, dass wir keine schmerzstillende sondern eine heilungsfördernde Creme haben wollen weil wir Radfahrer sind. Zwei Ausländer in der Apotheke, der eine sagt gar nix, der andere zeigt die ganze Zeit auf seinen Hintern und will irgendeine Creme haben. Die Apothekerin hat uns dann eine Creme die nach Erde riecht gegeben, “sehr natürlich” hat sie gesagt. Keine Ahnung was wir uns da jetzt für Placebos einmassieren. Unser Hotel war auf jeden Fall super, mit Balkon und Fahrrad am Zimmer. Ich kann mich ja echt nicht beschweren, dass ich nicht braun werde aber meine Beine ziehen dem Gesicht massiv davon! Vor dem Abendessen noch mehr Junk kaufen als wir tragen können. Empfehlung des Hauses, vorher, nachher