Heute waren ursprünglich 200km geplant. Das hat aus mehreren Gründen nicht funktioniert. Es gibt Leute die brauchen ewig für alles, dann gibt’s mich, danach kommt lang nix und dann kommt der Clemens. Wir schaffen es um 8 Uhr aufzustehen und um 10:15 Uhr abzufahren. Bei mir ist das ein Rechenproblem. Der Clemens hingegen sitzt zwei Stunden da und philosophiert über Vierkant Tretlager, längst vergessene Tour de France Fahrer und wie man einen Salzstreuer bedient während sein Kaffee verdunstet und der Thomas zu rotieren beginnt.

Die korrekte Ernährung habe ich noch immer nicht unter Kontrolle. Nach meinem ersten Einbruch bei Kilometer 30 haben wir eine halbe Stunde pausiert und unser Ziel auf 180km heruntergeschraubt. Bei Kilometer 60 hat der Thomas wieder einmal seinen Sattel neugestartet und danach mit dem Clemens eine komplizierte Diskussion über unsere nächste Unterkunft gestartet während ich am Straßenrand einen Powernap hingelegt habe.








Die 1000km dürften uns dann doch paniert haben, wir sind eigentlich nur herumgestanden. In Badefols-d’Ans einem kleinen Dorf im Nirgendwo haben wir unfreiwillig Regen pausiert. Kurz im Supermarkt untergestellt, drei Kaffee, Eis und Gummizeug eingekauft. Der Regen war sofort weg, wir waren insgesamt eine Stunde da. Die lokalen Sauftouristen aus London waren begeistert von unseren Oberschenkeln. Zum Glück ist denen nicht aufgefallen, dass manche Schenkel rasiert sind sonst hätte das noch eine Stunde gedauert. Als Abschlusstrick haben wir mit einem Rad den Tisch umgeworfen und alle Gläser zerstört.


Spätestens da war klar, dass wir nie zur vereinbarten Zeit in Sarlat sein werden und wir haben wieder abgekürzt. Im Endeffekt waren es 140km in 9 Stunden, davon drei Stunden Pause. Kurz vor Sarlat ist der Regen natürlich wiedergekommen, ich föhne gerade abwechselnd meine Schuhe und mein Handy.



Nach dieser völlig erbärmlichen Bilanz legen wir morgen unseren ersten Restday ein.

