Tag 7 – Lusignan bis Pieguet-Pluviers

Wir waren schon ganz nah am Meer und bewegen uns jetzt wieder weg davon Richtung Süd-Osten.

Entweder das Wetter schwenkt gerade um oder hier wirds mit jedem Kilometer Richtung generell heißer. Den 30er Schnitt können wir zwar fix begraben aber in dem bisschen Fahrtwind das noch bleibt spürt man die Sonne nicht. Sobald wir stehen, und das tun wir oft, ist es unerträglich.

Circa alle zwei Stunden machen wir nämlich Pause um Wasser oder Essen zu kaufen, Unterkunft buchen, Pinkeln o.ä. oder damit ich meine Suderei loswerden kann.

Auch Thomas Sattel muss man alle 100km neustarten. Schon seit Tag 1 beginnt der regelmäßig zu knarzen sodass sogar ich mir Sorgen mache dass die Sattelstange irgendwann einfach abbricht. Sattel 3mm rein und wieder raus und dann geht’s wieder. Google hat keine Antwort auf dieses Problem. Kann nix ernstes sein.

Heute hat uns die Vienne, anscheinend ein Fluss, begleitet. Unspektakulär, aber irgendwer hat sich dazu entschieden eine Brücke darüber du bauen die auffällt. Außerdem gibt’s hier in Haute-Vienne den siebtgrößten Meteoritenkrater Europas, aus dem außerirdischen Gestein haben die Franzosen ein Chateau gebaut.

4x Wien
Chateau from outer space

Die Tatsache dass sich Essensautomaten häufen hätte man schon als schlechtes kulinarisches Omen deuten können. Das Abendessen war die schon berichtete Vollkatastrophe mit Baguette und Pizza aus dem Automaten, die Nacht war horrend, ohne Paspertin würde ich wahrscheinlich jetzt noch kotzen. Thomas und Clemens habens relativ gut vertragen, bisschen Magenweh und einen Anflug von ungeformten Stuhl.

Wo ist das Essen?
Alle Restaurants zu, in der einzigen bar läuft die letzte Runde
Aso sie haben gerade COVID? Gute Besserung
Baguette
mit Pizza

Unsere Unterkunft war eigentlich gut. Eine ehemalige Destillerie die von einem Kanadier und seiner Frau als bed and breakfast betrieben wird. Er ist ein kettenrauchender Is-eh-alles-Wurscht Typ der davor einen Surfshop in Costa Rica (“so many women!”) und danach eine Stand-up-Paddle Schule in Kanada gehabt hat. Jetzt hat er sich gedacht er würde gern in Frankreich eine Unterkunft aufmachen, sitzt vor uns mit einer Flasche Whiskey, null Stress und brabbelt vor sich hin. Wahnsinn wie manche Leute durchs Leben gehen.

“Naval”, ein good boy und schwer motiviertes Hundsi

Auf jeden Fall war er so nett und hat unsere nassen verfaulten Fetzen von Fahrradgewand gewaschen. Der Thomas wollte ihn eigentlich bitten das Gewand zwei mal zu waschen, hatte dann aber Skrupel ihm zu erzählen wann diese Grausamkeiten in seinen Händen das letzte mal frisches Wasser gesehen haben. Beim Aufhängen der Wäsche hat der Clemens dann eine neue Seite seiner Persönlichkeit offenbart.

Der hat die Socken zum Trocknen einfach am Tisch gelegt!

So hängt man kein Gewand auf!

Der Zipp muss zu sein oida

Da wird mir schlecht wie du dein Dress aufhängst!

Der Wäscheständer als Trigger
Mein Einzelbett ❤️

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