Tag 4 – La Rothiere bis Saint-Fargeau

Während in Österreich der Titanenwurz blüht verstinken wir ein Hotelzimmer nach dem anderen mit Dingen die wir mitbringen und auch hinterlassen. Mich interessiert das einfach nicht nach 180km am Fahrrad mein Zeug zu waschen und eventuell am nächsten Tag im feuchten Dress bei 10 Grad Celsius zu starten. Auf meinem Fortgehgewand picken Reste von Schnecken und Honig weil diese wahnsinnigen Franzosen meinen Sie müssen jedes italienische Gericht neu interpretieren. Und es ist sowieso egal, Clemens wäscht jeden Tag, Thomas bisher einmal und die stinken beide genau wie ich.

Tatort Morgengrauen

Wir sind heute irgendwo durch Zentralfrankreich geirrt, vermutlich Champagne und Burgund, ich habe aber Probleme dabei diese beiden Tagen auseinander zu halten weil einfach alles gleich war. Wir bewegen uns generell Richtung Westen bis Saumur, dort ist das erste Drittel zu Ende (8000 Höhenmeter gesamt), das zweite Drittel wird deutlich bergiger mit 16000 HM und der dritte Teil hat völlig wahnsinnige 39000 HM. Untertags machen wir einfach nichts anderes als Kohlenhydrate schaufeln und versuchen so schnell wie möglich die 180km zu fahren. Die Spanien Tour war viel kmiatlicher, da sind wir nicht im Windschatten dahingepresst, haben zu mittag eine Stunde in einem Lokal gechillt und sind am Abend in einer Bar oder einem Restaurant abgestürzt. Hier ist einfach nur Business.

Käseplatte zum Frühstück
Brumm Brumm

Bis jetzt geht’s noch relativ gut dahin, abstürzen tu ich nur untertags. Zu mittag suchen wir einen Supermarkt, einer geht rein und kauft was er denkt dass die anderen essen wollen, einer passt aufs Rad auf und ich check meine E-Mails. Der Einkäufer kommt dann wieder raus mit zig Packungen Müsliriegel, Schokowaffeln, zwei Sackerl Haribo, vier Flaschen Wasser und ein Coke light für den Thomas. Die Flüssigkeiten leeren wir auf Druck. Die anderen beiden hauen sich das “Essen” während der Fahrt rein, ich schaffe meist nicht einmal die Hälfte, ich kann einfach keine 20 Müsliriegel am Tag essen!Spätestens eine Stunde vor Ankunft brech ich dann ein und nehm dem Thomas seine Gummikrokodile weg.

Snacks bis zur Mittagspause

Abgesehen von der Ernährung und damit angeregten Verdauung läufts derzeit noch gut. Es zwickt bei jedem das Knie ein bisschen aber geht eigentlich. Bei Clemens hat sich gestern abend ein leichter Schmerz am rechten Knie innen eingestellt der heute dann so stark war, dass er nicht mehr jeden Berg wie ein Irrer raufgesprinten konnte. In einer Position die mir beim zuschauen wehtut hat ers dann geschafft dort hinzudehnen und sich bei jeder Pause im Gras so verbrezelt, dass die vorbeifahrenden Autos schon runtergebremst haben weil sie glauben da stirbt grad wer.

Windows Desktop Hintergrund
Schnecken am Bruschetta
Pizza mit Schafkäse und Honig, die nennen das hier “Cappriciosa” in Saint-Fargeau

Leave a comment