Thomas und ich frühstücken in einer türkischen Bäckerei in Bregenz. Heute wäre eigentlich Tag 1 einer Radtour in Coronazeiten gewesen, Start Bregenz, Ende Salzburg, dazwischen der Großglockner, 5 Tage. Das ist alles was ich weiß, die genaue Planung haben Pedro und Thomas in einer WhatsApp Gruppe ausführlich diskutiert. Super mühsam, irgendwann waren auf einmal 65 neue Nachrichten da nachdem ich kurz am klo war, da hats mich dann nicht mehr interessiert.

Irgendwo in den Bergen auspowern, Details interessieren mich nicht. Genau deswegen haben wir dann auch 2km vom Zentrum Bregenz übernachtet und nicht irgendwo zentral. Schöne Stadt eigentlich, nette Leute auch, ich versteh die Sprache zwar nicht aber wirken sehr pragmatisch. Die Konversation mit unserem Taxifahrer gestern Abend zum Beispiel war circa so:
Thomas und ich steigen ein, Masken im Gesicht, der Taxifahrer nur einen Zahnstocher.
“Sagens, wir sind nicht von hier, ist in Vorarlberg auch Maskenpflicht?”
“Ja eigentlich schon. Aber es weiß halt keiner was Sache ist. Wir haben eh schon genug Probleme mit dem Coronascheiß gehabt”
Unschlagbare Argumentation, da kann man einfach nix kontern.
Auf jeden Fall wollten wir am Samstag Abend mit dem Zug in Bregenz ankommen und Sonntag früh losfahren. Nicht ganz so passiert. Ganz Österreich tut jetzt Fahrrad fahren, man kann keine Räder kaufen oder reparieren und die unpackbar vielen Radstellplätze in den Zügen (ganze 10 für einen Railjet der einmal komplett durchs Land der Berge fährt) sind auch sofort weg. Relativ unbeliebt war ein Zug der um fünf in der früh am Samstag aus Wien wegfährt, eine Traumzeit, den haben wir dann genommen. Daaaaann wären wir zu mittag schon in Bregenz gewesen und hätten uns wahrscheinlich betrunken. Supermotiviert sind wir stattdessen ein paar Stationen früher ausgestiegen und von St. Anton nach Bregenz geradelt.
















Ziemlich gute Steigungen aber alles im Rahmen und wie immer: wir glauben wir sind total schnell und haben dann einen Schnitt von 23km/h über den Tag (=nicht schnell).


Bin ja teilweise sehr tolerant wenn irgendwas von meinen Sachen wieder einmal kaputtgeht weil mir grantig sein und Gedankenkreisen zu viel Lebensqualität nehmen. Deswegen vergess ichs und kauf mir ein neues Teil. Handy zum Beispiel, ist gestern während dem fahren aus der Radtasche gesprungen und am Boden radiert, display first natürlich.

OK.
Aber wenn meine Gangschaltung am Tag null einer 5Tagesrunde mitten im irgendwo, an einem Samstag Abend, plötzlich nicht mehr geht dann bekomm ich die blanke Panik!!



Hat dann irgendwie funktioniert, Megapfusch aber.

Nach einer Lasagne waren wir noch immer hungrig aber zu müde. Schlafen, aufstehen und jetzt räumen wir gerade eine türkischen Bäckerei aus vor Hunger.



